War das eine Freude, als SIE anrief! Aber jetzt merke ich, dass ich überschäume. Dann eben von Anfang an …
Auf meiner letzten Reise Ende Juni in das beschauliche Moselörtchen Brauneberg lernte ich nicht nur meinen Facebookfreund Weinnase CpS live kennen, sondern hatte Begegnungen mit aussergewöhnlichen Produzenten von aussergewöhnlichen Rieslingen. Natürlich haben die auch andere Weine im Portfolio, aber mich interessierte in erster Linie hier und jetzt die Königin der Weißweinreben!
Ehrlich gestanden, a bisserl grenzwertig war es schon! Mineralität, Säure, Spritzigkeit, bodengeprägte Topqualitäten, extrem extraktreiche und subtile Rieslinge, hohes Niveau – und das über 5 Tage! Von 11 Uhr bis oftmals tief in die Nächte. Was kann da noch meinen Gaumen erfreuen? Keine Sorge, mein verwöhnter Gaumen bleibt weiterhin offen für jeden Rebsaft.
Ich zäume das Pferd von hinten auf! Am letzten Tag wollten wir im Anschluss an unseren Besuch beim Weingut Dr. Siemens den Winzer und Kellermeister Andreas Barth an der Terrassenmosel besuchen. Nein, wir wollten nicht zum Weingut Von Othegraven und Günther Jauch, dessen Berater er ja bekanntlich ist. Wir wollten IHM, dem Autodidakten und Quereinsteiger ganz persönlich als “Winemaker an der Terrassenmosel” gegenüber sitzen und SEINE Weine kennenlernen. Verständlicherweise konnte er nicht zusagen, da er in der Familie ein “Grillfest” am Abend hatte. Und wir riefen so kurzfristig an! Mit Bedauern in seiner Stimme konnte uns Andreas Barth keine Zusage erteilen.
Und dann rief SIE an: Susanne Barth! “Vor 20 Uhr beginnen wir nicht mit dem Grillen und vorher können Sie gerne noch kommen!” Wow, wie großzügig von den beiden. Denn wir hatten bereits 16 Uhr am Nachmittag und noch ca. 2 Stunden Fahrt vor uns.
Von Aussen betrachtet ist das Gebäude schon eine kleine Sensation: Hier merken wir sofort, dass Frau Susanne den architektonischen Geist hat einfließen lassen. Schließlich ist es ihre Berufung. Im Innenbereich erwarten uns viel Sympathie, Authentizität und aussergewöhnliche Weine. Die Weinnase Christian Segers war überreizt von seinem Wunsch, einmal der Gondorfer Gäns auf den Buckel zu schauen. Einer (Fast)-Einzellage vom Weingut Lubentiushof. Das Weingut hat ca. 5 ha Anbaufläche, Produktionsmenge ca. 25 – 30.000 Flaschen/p.a. und befindet sich seit 1994 im Besitz von Andreas Barth.
Seine Weine sind beeindruckend. Sehr mineralisch, prägnantes Säurespiel, keine Fruchtbomben, jahrgangsgeprägt – hier darf der Wein Wein sein. Andreas Barth sagte dazu: entweder oder! Will heißen, entweder mache ich den Wein so wie er ist, oder ich lasse es! Kompromisse gibt es da nicht. Er respektiert das natürliche Verhältnis zwischen Flora und Fauna! Und das tut dem Rebensaft sehr gut. Beeindurckend auch die Vielfalt verschiedenster Bodeninhalte wie Grauwacke, Quarzit, Schiefer, Vulkangestein und div. andere! Dies nicht in Schichten, sondern durch Eruptionen vor langer Zeit (Ascheregen bis nach Sizilien!) bunt durcheinandergemengt. Ein hoher Anteil an wurzelechten Alten Reben (+ 85 Jahre) prägen die Laubentiushof-Weine. Sensationell…
Die Geschichte mit und um die Barths ist eine bemerkenswerte.
Wer genießen will, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse (Salvador Dali) – und die finden wir auch bei Susanne und Andreas Barth.
Jetzt freue ich mich auf ein Sixpack vom Lubentiushof, um an dieser Stelle dann meine Notizen den Genießern unter Ihnen weiter zu geben. Meine Mosel/Saar-Erlebnisse können meine Facebookfreunde auch hier verfolgen!





