Grüner Veltliner 2011 – faszinierend, vielschichtig und lebendig


Wein ist kein unveränderliches Industrieprodukt, Wein entwickelt eine eigenständige Persönlichkeit! 

vollreifes Lesegut


Grüner Veltliner ist die in Österreich meist angebaute Rebsorte (1/3 der Gesamt-Anbaufläche von ca. 50.000 ha) und ist eine Zufallskreuzung aus Traminer x St. Georgen. Sie  ist früh trinkreif und wird deshalb oft im Heurigen getrunken.

Der Volksmund sagt, dass die wohl edelsten Tropfen aus der Wachau, dem Kamptal oder dem Weinviertel (größtes Vorkommen) entstammen.

Jung getrunken präsentiert sich dieser Wein Weiterlesen…


VDP – Grosse Gewächse zeigen im Alter ihr wahre Grösse

VDP_LogoAm 28.Januar 2013 habe ich mich nach Hamburg ins Louis C. Jacob aufgemacht, um endlich die 2011er Grossen Gewächse des VDP zu verkosten. Ich war schon sehr gespannt. Zum einen, weil ich seit dem 4.Januar aufgrund einer 14-tägigen Heilfastenkur “auf dem Trockenen saß” und zum anderen hatte ich im Vorfeld sehr viel über diesen Jahrgang gehört.

 

Nun wird der VDP mit dem Jahrgang 2012 das neue Klassifikationsmodell “4-Stufen” einführen. Das heißt, der Begriff “Terroir” soll in neue Dimensionen geführt werden. Das neue Klassifikationsmodell ist nicht für jeden leicht zu verstehen. Da heißt es Erste Lage Weine (aus den besten Weinbergen Deutschlands) und Grosse Gewächse (aus den besten Weinbergen Deutschlands und nur trocken ausgebaut), dazu die Klassifizierten Lagenweine/Ortsweine/Terroirweine (aus traditionellen und hochwertigen Weinbergen) und Gutsweine (Alltagsweine auf hohem Niveau). Genaueres lesen Sie hier
Wie immer bei solchen Verkostungen habe ich mich einer Rebsorte gewidmet und zwar meiner deutschen Lieblingsrebsorte “Riesling”. Gestartet bin ich bei einem meiner Lieblingskellermeister Andreas Barth vom Weingut Von Othegraven. Andreas Barth hat selbst ein kleineres exklusives Weingut, den Lubentiushof in Niederfell an der Terrassen-Mosel.
Folgende Weine habe ich verkostet:

2011 BOCKSTEIN
2011 HERRENBERG
2011 ALTENBERG
2011 KARTHÄUSERHOFBERG
 
2011 Goldtröpfchen
2011 MARIENBURG
2008 MARIENBURG***
2011 ÖLBERG
2011 PECHSTEIN
2011 JESUITENGARTEN
2011  JESUITENGARTEN
2011 GAISBÖHL
2008 GAISBÖHL
2009 HOHENMORGEN
2007 HOHENMORGEN*****
2002 REITERPFAD***
2011 REITERPFAD
2011 MANDELGARTEN
2011 MICHELSBERG
2011 HERRENBERG
2010 “KANZEL” (ebenfalls aus der Lage Herrenberg)
2011 KIRSCHGARTEN
2011 PECHSTEIN
2011 UNGEHEUER
2008 UNGEHEUER
2003 UNGEHEUER***
2011 KASTANIENBUSCH
2011 “GANZ HORN” IM SONNENSCHEIN*****
2007 IM SONNENSCHEIN
Die Weine, die mir besonders gut gefallen haben sind in “rot” markiert und einige von ihnen haben auch Sterne bekommen.
Mein Fazit dieser GG-Verkostung:
Viele Weine (2011er) Mainstream und vergleichbar. Durchweg kann man dem 2011er GG-Jahrgang jedoch bescheinigen, dass er spritzige, kristallklare Rieslinge zeigt. Ein Jahrgang, der nicht vom hohen Alkohol geprägt ist, nervige Säurewerte zeigt und sicher noch einige Jahre Trinkvergnügen bringt. Ob er denn Lagerpotenzial hat, muss beobachtet werden. Momentan schätze ich sie bei max. 10 Jahren ein. Aber – wie immer wird sich gerade dieser wichtige Punkt bei der wohl besten weissen Rebsorte der Welt in den kommenden Jahren zeigen.
Mein persönlicher Sieger des GG-Jahrgangs war der 2011 “GANZ HORN” vom Weingut Ökonomierat Rebholz. Etwas lapidar habe ich spontan geschrieben, dass ich ihn selbst nach einem kleinen Abendessen im Jacok und einer 3-stündigen Heimfahrt immer noch am Gaumen kleben hatte. Da ist was ganz Grosses in der Flasche. Hier zeigt sich “Terroir”: die Herkunft, die Rebsorte, das Klima und die besondere Handschrift des Winzers. Chapeau dem Winemaker…
Die wirklichen Grössen bei meiern Verkostung waren jedoch die gereiften “GG’”. Hier zeigen sie ihre wäre Größe! Langlebigkeit, Fülle, Pracht und Stil! Besonders herauszuheben sind da
2008 MARIENBURG vom Weingut Clemens Busch
2009 HOHENMORGEN und 2007 HOHENMORGEN vom Weingut Dr. Bürklin-WoF
2003 UNGEHEUER vom Weingut Mosbacher
Hier mein persönlicher Sieger der 2007 HOHENMORGEN von Bürklin-Wolf (41 €) , gefolgt vom 2003 UNGEHEUER vom Weingut Mosbacher (22 €).
Da zeigt die Herkunft, was sie kann! Nämlich eine hohe Qualität in die Flasche bringen, die lange Trinkvergnügen bringt!

Weinrallye #58 – Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft – eine Zeitschnecke

Als sogenannter “Newbie” hier bei der Weinrallye freue ich mich, dass ich bereits zum zweiten Mal dabei bin. Und direkt bei einem Weihnachtswichteln. Schade nur, dass unser Gastgeber Thomas Lippert vom Winzerblog seinen Hut (oder sollte ich sagen, seine Flasche) nimmt. Er hat aber versprochen, dass wir ihm bald an anderer Stelle wieder treffen werden. Thomas kenne ich von Begegnungen auf der ProWein und auch als bemerkenswerter Mit-Organisator und Mit-Gastgeber des Vinocamp in Geisenheim.

An dieser Stelle: nur das Beste für Dich, Thomas!

 

Ich habe vorweihnachtliches Wichteln noch aus meiner Kindheit und Schulzeit in Erinnerung. Das ist definitiv schon lange her.  So begab es sich, dass ich googeln musste, um mich mal wieder “upzudaten”!

Ich lese bei Wikipedia: “Wesentlicher Vorteil des Wichtelns ist, dass durch die zufällige Zuordnung von Schenkendem und Beschenktem alle Gruppenmitglieder gleichgestellt werden…”

Zugegebenermaßen wird das sicher etwas schwierig sein, da es sich beim Verkosten von Wein in der Regel um eine oftmals subjektive Beurteilung handelt. Wenngleich ich davon ausgehe, dass alle “Schenker” größte Sorgfalt bei der Auswahl ihrer Geschenke walten lassen.

So bekam ich die Aufgabe meinen Wein an Julia Richter vom Blog German Abendbrot zu senden und durfte im Gegenzug einen Wein von Joerg Utecht vom Blog Utecht schreibt erwarten.

An Julia habe ich sehr mutig einen Wein verschickt, dessen Ausbauweise wohl polarisiert wie kein anderer. Chardonnay im Barrique! Der 2011er Bermersheimer Chardonnay – unfiltered – vom Weingut Peth-Wetz war zudem im neuen Barrique und das über 10 Monate. Hier ist Julias wunderbare Beschreibung dazu…

Mit einem herzlichen Weihnachtsgruß erhielt ich den 2009 Blauer Sylvaner trocken QbA vom Weingut Michael Teschke aus dem deutschen Weinbaugebiet Rheinhessen.

Ich bin immer schnell mit den Fingern in Facebook und habe aus diesem Grund auch meinen Wein im Bild bereits recht früh in die Gruppe gepostet. Daraufhin habe ich dann schon mal im Vorfeld erfahren dürfen, dass es sich hierbei um wohl den “besten Sylvaner weit und breit handelt – zumindest aus dem Rheinhessischen”. Nach meinen Recherchen wusste ich, dass es sich um eine “Zeitschnecke” handelt – was immer das auch sein mag.

Die Geschichte:

Der Betriebsleiter und Kellermeister Michael Teschke (50)  übernahm 30-jährig einen landwirtschaftlichen Mischbetrieb und stellte auf Weinbau um. Der Betrieb befindet sich in der 3.Generation und bewirtschaftet aktuell 7 ha am nördlichsten Zipfel Rheinhessens. Rheinhessen ist das größte Weinbaugebiet Deutschlands und gilt seit über 100 Jahren als das größte Silvaneranbaugebiet der Welt.

Martin Teschke gilt auch als Großmeister des Silvaners in Rheinhessen – er führt einen Ökoweinbau ohne Zertifizierung und seine Weine erschließen sich nicht in der Jugend. Aber – sie profizieren von der Reife! Das habe ich bei meinem Wein im Glas deutlich gespürt. Und deshalb bezeichnet man die Weine von Michael Teschke wohl als “Zeitschnecken”.

Hier nun meine Beschreibung und mein Fazit:

2009 Blauer Sylvaner trocken QbA
Weingut Michael Teschke
Rheinhessen, Deutschland
Alkohol 12,5% vol.

In meinem Glas zeigt sich  ein Wein von strahlender, heller goldgelber Farbe mit wässrigem Rand, welches auf Jugend deutet (!?)

In der Nase  präsentiert sich mein Wein sauber,  mittlere Intensität von fruchtigen Aromen wie Birne und Banane, würzige Noten von Liebstöckel und im langen Abgang zeigt er bittere Noten vom Chicorée. Er wirkt in der Nase kühl und leicht “kreidig”, was ich auf die Bodenbeschaffenheit  zurück führe. Auch in der Nase wirkt er wiederum jugendlich (!?).

Am Gaumen trocken, von einer lebendigen Säure begleitet, mit ausgeprägter Mineralität, spritzig, mittlerer Alkohol, schlanker Körper, gewürzig, Birne, Apfel, Banane, Chicorée – alles frisch und jugendlich (!?). Im langen Abgang finde ich noch Anklänge von Bittermandel…

Mein Fazit: Es handelt sich hier um einen guten bis sehr guten Sylvaner mit einer ausgewogenen Balance von Säure, Alkohol und Restsüsse. Finessenreich und eine beeindruckende Mineralität.

Jetzt verstehe ich langsam, warum es sich hier um eine “Zeitschnecke” handelt. Ich beschreibe einen Wein, der eigentlich auf einen neuen Jahrgang schließen lässt – auf dem Etikett steht jedoch “2009″.

Dieser Wein hat zwar Trinkreife, aber auch noch einige Jahre vor sich. Die Lagerfähigkeit schätze ich auf 3  Jahre aufgrund seines sehr guten Säuregerüstes. Einen “day after” gab es schließlich auch und der Wein hat sich dabei prächtig entwickelt. Auch das für mich ein Zeichen, dass er noch einige Jahre Spaß machen wird.

 Meine Speisenempfehlung: eine gut gemachte Schlachte-Platte auf sehr hohem Niveau. Gerne würde ich ihn auch zur Spargelzeit nochmals aus dem Kühlschrank holen. Der Spargel darf durchaus von einer kräftigen Hollandaise mit feiner Säurenote begleitet werden. Aktuell hätte ich ihn auch zu meinem Thunfisch-Carpaccio am Heiligen Abend getrunken ;-)

Ein Credo des Kellermeisters lautet: “Weinbau hat was mit Liebe zu den Pflanzen zu tun, es geht nämlich nicht nur um den schnöden Ertrag!”

Diese Philosophie schmeckt man zumindest in dem mir geschenkten 2009er Blauer Sylvaner!

Danke an den Großmeister und danke an Joerg Utecht

ps: Wer sich fragt, warum Silvaner und Sylvaner – es handelt sich um die alte Schreibweise des Silvaners und ist auch heute noch im Elsass so üblich. Michael Teschke erntet die Trauben von mehr als 40 Jahre alten Rebstöcken und nimmt dazu gerne wieder alte Traditionen auf!

pps: Habe den Winzer angerufen und lange mit ihm gesprochen – es handelt sich um den Basis-Sylvaner und kostet  5,90 €  ab Hof! Da zeigt Deutschland mal wieder, wieviel Genuß zu bezahlbaren Preisen in die Flasche gebracht wird :-)

 

Weitere Beiträge zur #Weinrallye #58

Wein – Attentionh Chenin Méchant 2011 (Nicolas Réau)

http://cucina-casalinga.blogspot.de/2012/12/wein-attention-chenin-mechant-2011.html

Ganz schön gefordert…!

Grauburgunder (Auslese) 2010 vom Weingut Clauser, Heidelberg

Wein im Gepäck von Sammlerfreak

Weihnachtsweinrallye

Weingut Ankermühle, Gabriel Riesling QbA, 2010,  Rheingau

hundertachtziggrad


Chardonnay aus Rheinhessen

Weingut Peth-Wetz: Chardonnay 2011
German Abendbrot

 

Sag beim Wichteln leise Servus

Domaine Saint Préfert, Châteauneuf Du Pape, 2010, Südfrankreich

Der Schnutentunker

“Wine Rotation”

Weingut Rheinterrassenhof: Guntersblumer Bornpfad, 2011. Silvaner, trocken

weinreich-blog

 

Wir unterbrechen die laufende Stille…

Abadia Retuerta: Pago Valbellon, Cabernet Sauvignon 2009

Vino de la Tierra de Castilla y Leon

Arthurs Tochter

3 Flaschen statt einerWeingut Steffens-Keß: Riesling Reiler Goldlay, Kabinett 2010Riesling Reiler Goldlay, Auslese 2011

Mosto Cotto

geschmacksreich

Gute Alternative zum Sauternes oder Monbazillac

Weingut Weingart: Bopparder Hamm Feuerlay, 2011, Riesling Auslaes

 

Bolli’s Kitchen

Mir wurde das Glück zutei…

Gasthof Goldene Krone: Iphöfer Kronsberg 2009, Weisser Burgunder Spätlese

Wein-Wissen Peer F. Holm

Wichteln mit “Ansage”Weingut La Croce: Il Doccione, 2007, Toscana (Cuvee aus Sangiovese, Merlot und Cabernet Sauvignon)bushcooks kitchen

Test im Familienkreis…

Iris Rutz-Rudel; Clos des Cèdres, 2008, Lisson, Languedoc

Theresa Arns

Bordeaux

Chateau Haut-Brisson, 2005 und 2006, Saint-Emilion Grand Cru

Weingut Jakob & Jonas Kiefer

Eine echte Wuchtbrumme

Weingut Kiefer:Pinot Gris, 2009, Privat Reserve

Foodfrerak

Dankbarkeit

Weingut Günther Steinmetz: Graacher Himmelreich, 2007, Spätburgunder Auslese

Institute-of-drinks

Es gibt Rotweinfondue

Grenzhof Fiedler: Leitaberg vom Mörbischer Goldberg, 2009, Burgenland

 Hauptsache Wein

Danke Lippi

Conte Spagnoletti Zeuli: Rinzacco Nero di Troja, 2009, Apulien

Würtz-Wein

Post aus Österreich

Weingut Jurtschitsch: Rotspon Reserve, 2009, Kamptal, Österreich

Dunkenmonday

Sag zum Abschied leise Servus

Weingut Arns: Weißer Burgunder 2011, trocken, Mosel

Bio-Wein Online

Hasensprung

Jochen Dreissigacker: Hasensprung, 2009, Riesling, trocken

Utecht schreibt

Fröhliche Wei(h)nachte(l)n

Schloss Westerhaus: Chardonnay & Weißer Burgunder, 2011

Weingut Karlo Kappesser: Riesling Engelstädter Römerberg, 2010

Joh. Bapt. Schäfer, Scheurebe, 2011, Nahe

Bernhard Fiedlers Wei(n)blog

Kultwein im Haus

Gantenbein: Chardonnay. 2005, Fläsch, Schweiz

Weingut Steffens-Keß


Weinrallye – Foodpairing #57 – Wein zum Essen

 

Gastgeber der heutigen Weinrallye ist 180° – Susanne Werth-Rosarius

 

 

Dies ist meine Lieblingskarikatur zu diesem Thema und ich setze sie auch immer an den Anfang meiner Seminare „Harmonie von Wein & Speise“

 

„Foodpairing“, „Harmonie von Speise & Wein“, „Vermählung von Speise & Wein“, das „Zusammenspiel von Speise & Wein“ – für mich haben alle diese Titel den einen Fehler: Der Wein muss an den Anfang!

Nicht die Speise verändert sich in Verbindung mit dem Wein – der Wein verändert sich in Verbindung mit der Speise! Und diese Erkenntnis ist die wichtigste Voraussetzung für eine perfekte „Allianz von Wein & Speise“.

Gerne gehe ich in meinen Weinkeller und überlege mir, auf welchen Wein ich Lust habe. Und dann beginne ich mir Gedanken zu machen über die Speise. Nun ist mein privater Weinkeller nicht sehr gut sortiert. Ich gestehe, ich habe überwiegend gereifte Rieslinge. Leider habe ich erst Mitte der 90er Jahre mit dem Thema Wein begonnen und somit die Sammelleidenschaft spät entdeckt. Dennoch – so manches Schätzchen versteckt sich dort!

Da ich beruflich mit Wein in hohem Maße konfrontiert bin, kann ich ab und an dann auch in den „Büro-Weinkeller“ steigen und finde dort schon eine grössere Sortenvielfalt vor.

Viele Menschen haben sich Gedanken über mein Lieblingsthema „Harmonie von Wein & Speise“ gemacht. So Erwein Graf Matuschka-Greiffenclau (ehemals Werbechef von Olivetti), der 1977 Schloss Vollrads übernahm und sich darüber ärgerte, dass ausländische Weine in der Gastronomie erfolgreicher waren als deutsche Weine. Und darüber hinaus zur Kenntnis nahm, dass französische Weine perfekte Speisebegleiter waren. So hat er sich gleich mit dem Chefkoch vom „Grauen Haus“ in Oestrich-Winkel (Rheingau) an die Arbeit gemacht und die kulinarischen Versuche sogar schriftlich festgehalten. Viele seiner Erkenntnisse haben noch heute Aktualität und er hat natürlich seinerzeit schon viele Genießer damit beeindrucken können.

Zeitgleich machte sich der damalige Leiter des Weinbauverbandes Baden, Dr. Werner Schön Gedanken um die „Allianz von Wein & Speise“ und war gemeinsam mit Franz Keller vom „Schwarzen Adler“ dafür verantwortlich, dass aus dem süßlich, opulenten Ruländer ein trockener, eleganter Grauburgunder wurde.

Und das reicht bis in die heutige Zeit. Viele sogenannte „Genuss-Botschafter“ arbeiten an diesem Konzept! Ein für mich passendes Zitat kommt von unserer Luxemburger Sterneköchin Lea Linster: „Eine falsche Kombination zwischen Wein und Speise ist ein ähnliches Erlebnis, als wenn Sie sich die Zähne putzen und anschließend versuchen, Champagner zu trinken…“

So gibt es Faustregeln, die sollte ein jeder beachten. Nicht dogmatisch, aber dem Genuss förderlich und zuträglich! Meine besten Kreationen auf diesem Gebiet – und ich traue mich da was! – habe ich heute noch am Gaumen.

In dieser Zeit werden die häufigsten Fehler gemacht! Gänsebraten und Wein! Die allermeisten sagen, da muss ein kräftiger, alkoholschwerer „Roter“ her. Nein bitte nicht! Ein jugendlicher Pinot Noir, gerbstoffreich, mit Fruchtaromen und säurebetont lässt die Gans zwar nicht gerade wieder leben, aber steigert den Genuss ins  Unendliche!

Der gröbste Fehler wird wohl beim Thema „Käse & Wein begangen. So sind die allermeisten immer noch der Meinung, dass zum Käse „immer“ ein Rotwein gehört. Auch mit diesem „Vor-Urteil“ sollten wir aufräumen. Der hohe Salzgehalt der allermeisten Käse braucht Weißwein – etwas Süße und filigrane Säure. Milcheiweiße und Tannine bilden keine Harmonie. Eine schöne Ausnahme bildet da der gereifte Parmesan: der mag als Begleiter sehr gerne gerbstoffreiche Rotweine!

 

Dankbare „Weinbegleiter“ sind Pilze! Sie bilden Brücken und passen immer. Denn mit fetthaltigen Saucen passen sie vorzüglich zu Barrique gereiften Weißweinen und puristisch oder mit einer kräftigen Sauce zubereitet, munden sie zum reifen Rotwein.

Letztlich sollte der gemeine Genießer aber immer darauf achten, dass die Seele des Gerichtes in der Regel die Sauce ist. Sie bildet den Mittelpunkt einer jeden Rezeptur und ist „Verbindungsglied“ der einzelnen Speisenkomponenten.  Die Sauce hat ein Eigenleben und man sollte die geschmacksprägenden Elemente bei der Kombination mit Wein immer bedenken!

Nun eines meiner Lieblingserlebnisse zum Thema „Harmonie von Wein & Speise“:

Ich erinnere mich gerne an Ostern 2012. Wir fuhren mit unserem VINALIA-Genussmobil an die deutsche Nordseeküste nach Büsum. Ich koche nicht oft und gerne an Bord des Mobils, aber diesmal habe ich mich gut vorbereitet. Lust hatte ich auf „Weiß“ und Lust hatte ich auf Lamm. Nun, Lamm und Rotwein ja – aber Weißwein? Dann habe ich überlegt: Ich mag Lamm gerne puristisch zubereitet, mit Röstaromen, ohne viel Schnick-Schnack – allenfalls Rosmarinkartoffeln und evtl. noch Zucchini-Gemüse. Wichtig sind für mich die Gewürze und das Öl. Ich habe NUR  Gewürze von Ingo Holland und demnach natürlich feinstes Fleur de Sel, aromatischer Pfeffer und auch sonstiges. Beim Olivenöl bediene ich mich z.Zt. sehr gerne bei Stephan Uhlenbusch von „Nur Gutes“ – ein natives Olivenöl aus der 1.Kaltpressung, Herkunft Kreta.

Wer mich kennt weiß, dass ich bekennender Verfechter deutscher Weine bin und in diese Richtung ging dann auch meine Weinvorstellung. Ich mag Grauburgunder und ich mag Nahe. Ich mag Barrique gereifte Weißweine und ich mag da besonders auch den

Windesheimer Rosenberg
Grauburgunder „R“ trocken QbA
Weingut Sinß von der Nahe
www.sinss.de

Den habe ich unter der Rubrik „Lieblingsweine“ auch in meinem privaten Weinkeller. Windesheim ist im ürbigen für seine gute Burgunderlage bekannt!

 

 

Es mußte noch eine Alternative her! Und ganz versteckt, fast vergessen, bemerkte ich dann einen

2000 VINUM OPTIMUM
Traminer Auslese
Weingut Rudolf Rabl aus dem Kamptal/Österreich

Heute würde ich auch diesen Wein dazu trinken wollen:

In diesem Jahr habe ich die Cuvée Fleur vom Weingut Weegmüller (b.e.w-Winzer) kennen und schätzen gelernt – meine Weinbeschreibung dazu finden Sie hier

Das Fazit dieses kulinarischen Exkurses war, dass der Grauburgunder keine Harmonie zum Essen bildete. Der Wein wirkte stahlig und unharmonisch. Ein kulinarisches Highlight bildete dagegen der gereifte Traminer. Er war der perfekte Speisenbegleiter. Dieses Erlebnis lehrt, dass gerade das Zusammenspiel von Wein & Speise nicht dogmatisch gesehen werden darf! Es gibt entscheidende Faustregeln, die den Genuss erleichtern – aber das „probieren“ im Glas und am Herd sollte NIE zu kurz kommen.

Als Schülerin von Guy Bonnefoit und leidenschaftlicher Leserin der Bücher von Christina Fischer zu diesem Thema bin ich auch recht mutig, was die Kombinationen betrifft. So sind meine Seminarteilnehmer auch immer wieder erstaunt, welche unvorstellbare Harmonie gebildet werden kann. Und so mancher Weinkenner und Weinliebhaber entdeckt über diese „Experimentierfreudigkeit“ Rebsorten, die er solo im Glas ablehnt!

In diesem Sinne wünsche ich allen Genießern viel Freude an diesem Thema…

 


Moselsteillagen gut vertreten auf der VINALIA 2012 in Hannover

Mit den Weingütern

 

 

haben wir auch in diesem Jahr auf der VINALIA 2012 in Hannover einen guten Querschnitt über das Weinbaugebiet Mosel zu bieten.

La Mosella, wie sie von unseren französischen Nachbarn liebevoll genannt wird oder in Luxemburg Musel, entspringt in den Vogesen und mündet in den Rhein. Die Mosel-Winzer bewirtschaften ca. 9.000 ha im Qualitätsanbau. Davon rund 3.500 ha Steillage mit einem Gefälle von mehr als 30% – meist am Moselufer gelegen. Diese reichen von Trier bis Koblenz und hier spielt besonders die Ausrichtung der Rebberge eine wesentliche Rolle.

Die Produktionskosten in den Steillagen gehören zu den höchsten in Deutschland. Der engagierte Winzer benötigt der pro Hektar fast 3-mal so viele Arbeitsstunden wie in den Flachlagen. Hier ist nur Handlese möglich.

Riesling spielt schon immer eine wichtige Rolle in diesem Gebiet. Waren es noch in den 50er Jahren 90% – liegt der Anbau heute bei ca. 60% mit steigender Tendenz.

Der Moselriesling ist bekannt durch seine fruchtige Weinsäure die den vorhandenen Restzucker gerne ausgleicht.  Frische Kabinett-Rieslinge sind einzigartig hier und gehören  zu Recht zu den großen Glanzpunkten der Welt. Hier werden Spitzenerzeugnisse mit internationaler Beachtung produziert. Feiner Riesling ist individuell und nie in großen Mengen erhältlich.

Die Landschaft ist relativ dünn besiedelt und die meisten Arbeitsplätze befinden sich im Weinbau.

Besonders haben die Römer dieses einzigartige Weinbaugebiet Deutschlands geprägt. Um 50 v. Chr. zog Julius Cäsar gegen Gallien in den Krieg und kam auf dem Weg dorthin durch das Moseltal. Um 15 v. Chr. Gründeten die Römer Augusta Treverorum (heute Trier). Trier war im 4.Jh. Regierungssitz im Weströmischen Reich.

Unser Tip für die Besucher der VINALIA im Alten Rathaus Hannover am 27./28.Oktober 2012:

Unbedingt auf Erzeugerabfüllung achten – die Weingüter bieten einen sicheren Weg eines guten und feinen Weines. Selbst große „Lagennamen“ bieten nicht die Garantie für einen guten Wein! Die Qualitätsstufen reichen von QbA bis Eiswein und TBA (Trockenbeerenauslese). Ausgebaut werden sie von trocken über fruchtsüß, feinherb bis hin zu edelsüß!

Deutschland erlebt zurzeit durch junge, qualitätsorientierte WinzerInnen und KellermeisterInnen einen erneuten Aufschwung!

Erwähnenswert ist auch die ständig wachsenden Zahlen der roten Rebsorten zu beachten: allen voran der Spätburgunder!


World Class Distillery – auf der VINALIA 2012

Die Fruchtbrennerei Tinnauer zählt zu den besten der Welt und das hat sie in diesem Jahr ieder seher eindrucksvoll bewiesen. Gleich vier Goldmedaillen holte sie bei den World Spirits Awards 2012:  der Familienbetrieb aus der Südsteiermark räumte gleich vier Goldmedaillen, eine Silbermedaille sowie einen Sortensieg und darf sich auch wieder als “World Class Distillery” rühmen.

Hier auszugsweise die Kostnotizen der international besetzten Experten-Jury:

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Die vier Musketiere aus dem Rheingau

So, das war sie nun – die Verkostung der „Vier Musketiere“ – wie Frank R Schulz vom Deutschen Weininstitut sie einmal auf Facebook nannte!

Auf was ich mich da einließ, als ich das Probenpaket bestellte, war mir nicht klar. Ich war neugierig aufgrund der „Sensationsbeschreibung“ von Mario Scheuermann http://weinreporter.posterous.com/die-ress-kollektion-2011. Gehört hatte ich zuvor, dass Stuart Pigott diese Weine bereits in der FAZ als Ausnahmeweine bezeichnete und Manfred Klimek, CaptainCork hat sich geärgert, dass er in der Zeitschrift „Die Welt“ nicht der Erste war mit seiner Veröffentlichung http://www.captaincork.com/Weine/Dirk-Wuertz-Balhasar-Ress-Rieslinge-Nussbrunnen-Berg-Rottland-2011-Kaufempfehlung. Also, ziemlich großer medialer Auflauf für einen Winzer und seine Weine. Weiterlesen…


Weingut Schwarzl – auf der VINALIA in Hannover

Das Weingut Schwarzl liegt in ruhiger Lage an der Südsteirischen Weinstraße auf einer Seehöhe von 450 m am Ottenberg bei Ratsch an der Weinstraße. Neben der hoher Weinqualität bietet das Weingut auch 5 Gästezimmer für einen erholsamen Urlaub.

Das Weingut

Die Weingärten werden mit großer Rücksicht auf die Natur bewirtschaftet. So werden unter klimatisch idealen Bedingungen gebietstypische Weine ausbauen.  Die Weingärten werden durch intensive Handarbeit gepflegt. Tradition und Erfahrung mit zeitgemäßer Technik führt das Weingut jährlich zum  Erfolg.

Im Keller wird mit moderner und schonender Verarbeitung höchste Qualität erzielt. Vom klassischen Ausbau im Stahltank bis zu reifen Tropfen aus großen Holzfässern und Barrique.

Überzeugen Sie sich von der Qualität der Produkte bei einer Verkostung auf der VINALIA 2012 in Hannover am Gemeinschaftsstand “Steiermark”!

Im Angebot finden Sie ein vielfältiges Sortiment an weißen, sowie roten Qualitätsweinen,  Schaumweinen,  Edelbrände und das steirische Kürbiskernöl.

Die Gästezimmer

Das Weingut Schwarzl bietet Ihnen die besondere Atmosphäre eines Urlaubes inmitten der Weingärten.
In ruhiger Lage und doch im Mittelpunkt der Südsteiermark.
5 liebevoll gepflegte Gästezimmer mit Doppelbetten, DU/WC/Sat-TV und einem reichhaltigen Frühstück.

Eine gemütliche Bauernstube, gehobene Weinkultur und romantische Weingärten mit idyllischen Wein-Wanderwegen erwarten Sie. Entdecken Sie bei einem Erholungsurlaub Ihre ganz persönliche Lieblingssorte!


Gemeinschaftstand “Steiermark” auf der VINALIA 2012 in Hannover

Mit den Betrieben

kann die VINALIA in Hannover in diesem Jahr mit besonders guten Vertretern dieses österreichischen Weinbaugebietes aufwarten.

Wir stimmen Sie mit den nachfolgenden Informationen gerne bereits auf dieses Gighlight der Veranstaltung ein.

Das Weinbaugebiet Steiermark (4.240 ha) – Ein großes Terroir für Sauvignon & Co.

Es gibt sicherlich Weinbaugebiete, in denen wuchtigere und vor allem alkoholischere Weine wachsen. Aber es gibt auf der ganzen Welt keine frischeren, brillanteren und daher auf elegante Weise herkunftstypischeren Gewächse als im Süden der Steiermark.

Hier sehen Sie ein Impressionsbild der Steiermark
© ÖWM / Armin Faber

Damit sind übrigens alle drei steirischen Weinbaugebiete mit ihren unvergleichlichen Spezialitäten gemeint, die alle mehr oder weniger im Süden des Bundeslandes liegen. Im Westen dieses auch landschaftlich einzigartigen Hügellandes dominiert der Schilcher, jener pikante Rosé, der wohl einer der ausgeprägtesten Terroirweine überhaupt ist. Im Sausal und an der Südsteirischen Weinstraße geben Sauvignon Blanc und Muskateller den Ton an, während im südöstlichen Vulkanland neben den beiden der Traminer als echtes Juwel für den Kenner funkelt.

Steiermark, © ÖWM

Der am weitesten verbreitete steirische Wein, der Welschriesling, hat mit seinem an grüne Äpfel erinnernden Bukett viel mehr Anhänger, als sich so mancher Weinkritiker träumen lässt.

Wer etwas mehr Körper will, ist mit der Pinot Familie gut beraten. Hier überzeugt der Weißburgunder von kalkreichen Böden mit einem Hauch raffinierter Mineralik. Der Chardonnay, auch Morillon genannt, kann bei aller Frische mitunter schon kräftig ausfallen und wie die besten Grauburgunder (Ruländer, Pinot Gris) auch durch längere Lagerung zulegen.

Der neue Jahrgang wird in der Steiermark traditionell mit dem leichten Junker gefeiert, der Anfang November Premiere hat. Im Frühling kommen die trockenen „Klassik-Weine“ auf den Markt. Auf die großen Lagenweine müssen sich die Weinfreunde in Zukunft länger gedulden. Die steirischen Winzer bauen sie immer langsamer und sorgfältiger aus, damit echte steirische Klasse zur Weltklasse wird.


Gutes Zeugnis für den Weinjahrgang 2011

Wie das DWI (Deutsches Weininstitut) in einer dpa-Meldung berichtet, ist der Weinjahrgang 2011 in Deutschland besser ausgefallen, als weithin viele erwartet haben.

Die vorsichtigen Prognosen beruhen besonders auf die Wetterkapriolen im Wachstumsjahr 2011. Im Mai haben Spätfröste besonders in Württemberg und Franken ihre Spuren hinterlassen. Im September 2011 plagten tennisballgroße Hagelkörner Weiterlesen…


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